Über Osteopathie
Im 19. Jahrhundert in den USA von A. T. Still begründet, einem visionären, generalgelehrten Arzt, hat sich die osteopathische Medizin heute durch ihre Erfolge auch in Deutschland eine unverzichtbare Position in der gesundheitlichen Versorgung erstritten.
Die Osteopathie ist eine eigenständige Art der Medizin, mit einer eigenen Philosophie, manuellen Diagnose- und Behandlungsverfahren sowie einer gesonderten wissenschaftlichen Forschungsgrundlage.
Womit kann Osteopathie helfen?
Prinzipiell bin ich davon überzeugt, dass osteopathische Behandlungen bei allen Leiden mindestens eine Unterstützung für den Heilprozess sein können.
Die Osteopathie kann bei einem breiten Spektrum von Beschwerden und Erkrankungen zur Linderung von Symptomen sowie zur Prävention von Rückfällen beitragen.
Zu den häufigsten Konsultationsgründen in meiner Praxis zählen beispielhaft:
Rücken- und Gelenkschmerzen
Schulter-, Nacken- und alle weiteren muskulären Verspannungen
Funktionelle Bewegungseinschränkungen
Unwohlsein bei Säuglingen, "Schreikinder"
Schmerzen während der Schwangerschaft
Kopfschmerzen und Migräne
Leistungsabfall nach Infekten, Post-Covid/Post-Vac-Syndrom
Leistungsoptimierung bei Sportler, Tänzer, etc.
Neurologische Leiden, wie z.B. motorische und sensible Störungen
Post-operative Störungen aller Art
Vegetative Dysbalance
"Stress"
Was macht ein Osteopath?
Die äußere Form der Osteopathie ist die einer Heilkunst, die den Menschen durch manuelle Impulse in ein funktionelles Gleichgewicht zu bringen versucht. Ziel ist es, dem Körper Bedingungen zu schaffen, unter denen er keinen Nährboden für Erkrankungen bietet. Es wird u.a. dafür gesorgt, dass die arterielle, venöse, lymphatische und neurologische Ver- und Entsorgung des Körpers optimal funktioniert, denn das ist die Grundlage für alle Selbstheilungsvorgänge.
Dem Osteopathen stehen mannigfaltige manuelle Techniken zur Verfügung. Ob dabei eindrucksvoll eingerenkt oder lediglich leicht mobilisiert wird, ist zweitrangig – die Technik ist lediglich das Werkzeug des Osteopathen. Entscheidend ist, dass diese Werkzeuge zweckmäßig eingesetzt werden. Der Wirksamkeit eines Werkzeugs geht stets das konzeptionelle Verständnis des Handwerkers voraus, der es anwendet.
Die Philosophie – zusammengefasst
Die ursprüngliche osteopathische Philosophie speist sich aus verschiedenen Strömungen: der klassischen Philosophie Platons und Aristoteles’, der modernen Wissenschaft sowie spiritueller Ansätze, wie der Theosophie und des Christentums.
Der Osteopathie liegt eine Philosophie zugrunde, die den Menschen im Sinne des vitalistischen Gedankens als perfektes Geschöpf mit inhärenten, intelligenten Selbstheilungskräften versteht.
Das Individuum, in Gottes Ebenbild geschaffen und mit freiem Willen ausgestattet, sei Ausdruck der unendlichen Vielfalt der Schöpfung und eine Abspaltung des Gesamtbewusstseins. Daraus folgt, dass es kein allumfassendes Mittel geben könne, das jedem Menschen gleichermaßen hilft. Jeder Mensch müsse in seiner individuellen Ganzheit aus Körper, Geist und Seele erkannt und verstanden werden, um eine passende Behandlung zu ermöglichen.
Deswegen ist bei jedem Patienten immer eine Oszillation zwischen Testung und Behandlung notwendig, um ein Verständnis für den Patienten zu entwickeln und eine optimale Behandlung zu gestalten.
Aus osteopathischer Sicht ist die Anatomie des menschlichen Körpers vollkommen – kein Teil ist überflüssig. Ein Mensch ist mehr als die Gesamtheit seiner Einzelteile. Entsprechend galt der menschliche Körper als Krönung der Schöpfung bereits in der Klassik als ästhetisches Ideal; seine Pflege durch den Besitzer sei daher geboten.
Leiden entstehen, wenn das Zusammenspiel der Einzelteile aus dem harmonischen Gleichgewicht gerät. Entsprechend beschäftigt sich der Osteopath damit, die Funktion des Körpers zu harmonisieren und Störungen zu beheben.
Zur Veranschaulichung eignet sich ein Bild aus der Rechentechnik: Der Osteopath verändert nicht die „Hardware“, sondern passt die „Software“ an, sodass die vorhandene Hardware zweckmäßig eingesetzt werden kann. Er behebt Fehlermeldungen und „Bugs“.
Ein Osteopath versteht sich zuerst und zuletzt als demütiger Ingenieur des Menschen.


Dr. Andrew Taylor Still
- Visionär und Begründer der Osteopathie


Anatomische Kenntnisse als Grundpfeiler der Osteopathie


Osteopathie - bereits im 19. Jahrhundert doziert
